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Weniger
Acrylamid in Pommes durch Vorgaren in der Mikrowelle?
Die Ergebnisse einer von
Belgin Erdogdu an der türkischen Universität Mersin durchgeführten Studie
zeigten, dass Mikrowellenerhitzung vor dem Frittieren eine deutliche Reduzierung
des Acrylamidgehaltes um bis zu 60% bewirken kann. Eine Bedeutung könnte dieses
Verfahren insbesondere bei der industriellen Verarbeitung von
Kartoffelerzeugnissen erlangen.
In Hessen wurden im
Jahr 2005 von Hessischen Landeslabor 123 Proben verschiedener Lebensmittel
auf Acrylamidgehalte untersucht. Beruhigendes Ergebnis: Lediglich in 5
Proben Pommes Frites kam es zu Signalwertüberschreitungen.
In einer von Belgin
Erdogdu an der türkischen Universität Mersin durchgeführten Studie wurde
untersucht, ob sich das Vorgarens von Pommes Frites in der Mikrowelle auf
den Acrylamidgehalt nach dem Frittieren auswirkt. Dabei wurden Pommes Frites
jeweils zwischen 10 und 30 Sekunden bei 850 W in der Mikrowelle erhitzt und
anschließend bei Temperaturen zwischen 150 und 190°C frittiert. Der
Acrylamidgehalt auf der Oberfläche und im Innern der Pommes Frites wurde
anschließend analysiert. Die Ergebnisse zeigten, dass Mikrowellenerhitzung
vor dem Frittieren eine deutliche Reduzierung des Acrylamidgehaltes um bis
zu 60% bewirken kann. Eine Bedeutung könnte dieses Verfahren insbesondere
bei der industriellen Verarbeitung von Kartoffelerzeugnissen erlangen.
Was ist Acrylamid?
Anfang 2002 war die Substanz Acrylamid in erhitzten pflanzlichen
Lebensmitteln erstmals entdeckt worden, vor allem in frittierten, gebratenen
und gebackenen stärkehaltigen Lebensmitteln auf Kartoffel- oder
Getreidebasis. Ob durch die Nahrung aufgenommenes Acrylamid beim Menschen
Krebs auslösen kann, ist aber nach wie vor ungeklärt.
Im Sinne des vorbeugenden gesundheitlichen Verbraucherschutzes wurden
Maßnahmen ergriffen, um diesen Stoff in Lebensmitteln möglichst zu
minimieren. Hierzu gehört auch, dass Lebensmittel regelmäßig auf ihren
Acrylamidgehalt hin untersucht werden. In Hessen wurden im Jahr 2005 vom
Hessischen Landeslabor 123 Proben verschiedener Lebensmittel auf
Acrylamidgehalte untersucht.
In der folgenden Tabelle sind die minimalen und maximalen Acrylamidgehalte
der untersuchten Lebensmittel nach Warengruppen zusammengefasst.
Beruhigendes Ergebnis: Lediglich in 5 Proben Pommes Frites kam es zu
Signalwertüberschreitungen. Der Signalwert liegt hier bei 560
Mikrogramm/Kilogramm(= µg/kg).
Was sind Signalwerte?
Zwischen Bund und Ländern ist ein Konzept zur Minimierung der
Acrylamidbelastung in Lebensmitteln verabredet worden, das auf so genannten
Signalwerten beruht, die sich nach dem aktuellen Stand der amtlichen
Untersuchungsergebnisse richten. Alle Produkte, die in ihrer Warengruppe
nach den aktuellen Ergebnissen zu den 10 % der am stärksten mit Acrylamid
belasteten Lebensmittel gehören, überschreiten diesen Signalwert. Als
höchster Signalwert sind 1000 Mikrogramm/Kilogramm festgesetzt worden. Die
Hersteller aller Erzeugnisse, die den jeweiligen Signalwert überschreiten,
werden aufgefordert, ihre Herstellungsverfahren so zu ändern, dass die
Gehalte reduziert werden.
Acrylamid in Lebensmitteln
|
Warengruppe
|
Produkte
|
n
|
Minimimum µg/kg
|
Maximum µg/kg
|
|
Brote und Kleingebäcke
|
Knäckebrot und Holzofenbrot
|
20
|
57
|
599
|
|
Feine Backwaren
|
Lebkuchen
Spekulatius und Mürbeteiggebäck
|
36
20
|
<10
<10
|
877
440
|
|
Diätlebensmittel
|
Diabetikerbackwaren und Glutenfreie
Backwaren
|
8
|
<10
|
560
|
|
Kartoffelerzeugnisse
|
Pommes frites
|
26
|
<10
|
1622
|
|
Kaffee
|
Malzkaffee und Kaffee-Ersatzgetränke
|
13
|
<10
|
714
|
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Summe
|
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123
|
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Auch Weihnachtsgebäck wie zum Beispiel
Lebkuchen gehört zu den mit Acrylamid belasteten Lebensmitteln. Im Rahmen
der amtlichen Lebensmittelüberwachung wurden im Hessischen Landeslabor im
November und Dezember 2005 insgesamt 45 Proben von Weihnachtsgebäck auf
ihren Acrylamidgehalt untersucht. Bei den Proben handelte es sich um 36
Lebkuchen, 6 Spekulatius und 3 Feine Backwaren aus Mürbeteig. Die gute
Nachricht: Bei keiner der untersuchten Proben wurden Überschreitungen der
derzeit gültigen Signalwerte festgestellt. Der Signalwert für Lebkuchen
liegt bei 1000 µg/kg. Der Signalwert für Spekulatius liegt bei 560 µg/kg.
Der Signalwert für „Feine Backwaren aus Mürbeteig“ beträgt 300
µg/kg.
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Quellenverzeichnis: T Acrylamid
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